Reisen beginnt mit der Frage ‚Warum Reisen‘

Viele Menschen reisen ohne zu fragen, warum sie eine Reise unternehmen. That’s right, why should you wonder when travel is what everybody does during his or her holidays and that selfie in front of tourist attraction ‚Must-see-in-this-lifetime‘ is worth social status and likes on Facebook.

Das ist richtig, warum solltest Du Dich das fragen, wann Reisen das ist, was jeder während seiner freien Tage macht, und das Selfie vor der Touristenattraktion ‚Ein-Muss-in-diesem-Leben‘ sozialen Status und Likes auf Facebook bedeutet.

Warum?‘ ist gleichzeitig die am meisten gemiedene und wichtigste Frage, die wir jemals stellen können. Widmen wir uns dem letzteren und gehen der Frage nach dem ‚Warum‘ nach.

Wenn dies eine Website über das Reisen sein soll, dann muss Navimundos erster Artikel natürlich davon handeln, warum wir reisen. Ich erlaube mir um der Argumentation willen anzunehmen, dass es nicht zwangsläufig ien Akt des Reisens ist, wenn wir unseren Körper in den Sommerferien an den Pool eines All-Inclusive-Resorts schleppen.

Warum fragen schafft Motivation und Zweck

‚Warum bin ich hier‘ ist die erste Frage, die Neo dem Architekten in dem Film ‚Matrix Reloaded‚ stellt und schlussfolgert aus den Antworten des Architekten – ‚Wahl. Das Problem is die Wahlmöglichkeit‘.

Es sind unsere Entscheidungen, die unsere Erfahrung mit Ursache und Wirkung verbinden. Wenn wir uns entscheiden, gibt es eine Ursache für eine Wirkung. Die Wahl ist der Grund für das Ergebnis. Die Wahl, die wir treffen, ist unser Warum für eine bestimmte Wirkung. Wenn das ‚Warum‘ intrinsisch motiviert und bewusst ist, besteht die Chance, dass wir ein selbstbestimmtes Leben führen, um ein tieferes Verständnis unserer Existenz zu erreichen.

In der Tat ‚Warum?‘ ist die Mutter aller Fragen, vielleicht sogar die einzige Frage, die es gibt. ‚Warum‘ ist der Zweck, ‚Warum‘ ist die Motivation und der Blickwinkel für das menschliche Potenzial und die Vorstellungskraft. Okay, lassen wir zunächst die Kirche im Dorf und halten fest, dass ‚Warum‘ die Frage ist, die wirkliche Einsichten und Veränderung bedingt.

Reisen ist Big Business und riesig im Internet

Beginnen wir mit einem Blick auf das Internet. Warum ist das Reisen wichtig?

Eine Suche nach dem Stichwort ‚warum reisen‘ auf Yahoo (es gibt noch andere Suchmaschinen als Google), liefert zum Zeitpunkt des Schreibens unglaubliche 4,540,000 Ergebnisse.

Zu den wichtigsten verwandten Stichwortphrasen gehören ‚Warum um die Welt reisen?‘, ‚Warum ist Reisen wichtig?‘, ‚Gründe für Reisen‘, ‚Vorteile des Reisens‘, ‚Warum ins Ausland reisen?‘, und ‚Warum reisen Menschen‘.

Der Anspruch, der Erste zu sein, der zu diesem Thema schreibt, ist wie eine Suche nach einem unentdeckten Strand auf der spanischen Insel Mallorca.

Beim Durchlesen der Suchergebnisse wird deutlich, dass die meisten Online-Artikel eine Vielzahl von Gründen und Vorteilen einer Reise auflisten.

‚Listmania‘ ist prominent, weil Leute Listen lieben. Listen sind die Art und Weise, wie wir die komplexe Welt um uns herum bewusst oder unbewusst organisieren. Listen beziehen sich jedoch meistens auf Kleinigkeiten. Amazon hat seine Listmania-Funktion vor fünf Jahren in Produkte Wunschliste umgewandelt. Gib einer Liste eine bestimmte Zahl, und sie gebietet Autorität: ‚Fünf Gründe, warum Reisen für Deine psychische Gesundheit gut ist,‘ und ’10 Gründe, warum Reisen wichtig ist‘, ’25 der besten Gründe zu reisen‘ ’40 Gründe, jetzt zu reisen‘,
unter vielen anderen.

Listen sind illustrativ, übersehen aber wohlmöglich den ursprünglich Grund

Ich werde den in Suchmaschinen leicht zu findenden Artikel von AirTreks ’17 Gründe, warum Reisen gut für Dich ist‘ hier verwenden, um eine Liste zu veranschaulichen: Reisen …(eigene Übersetzung aus dem Englischen)

1. Ist einfacher als du denkst. 2. Öffnet deine Augen. 3. Hilft Dir zu verstehen, wer Du bist. 4. Schafft sinnvolle Beziehungen. 5. Entwickelt Fähigkeiten, von denen Du nicht wusstest, dass Du diese hattest. 6. Ermöglicht Dir, neue Sprachen zu lernen. 7. Bedeutet Abenteuer. 8. Gibt Dir Perspektive. 9. Hilft Dir, voranzukommen. 10. Ist Bildung. 11. Fordert Dich. 12. Rütteltelt wach. 13. Zeigt, dass Träume wahr werden Können. 14. Gibt Dir coole Geschichten. 15. Ist ein Denkanstoß. 16. Gibt dir ein Gefühl der Errungenschaft. Und auch den letzten Grund muss man einfach lieben: 17. Einfach aus Spaß an der Freude reisen.

All dies sind gute Gründe für das Reisen und zeigen die vielen positiven Aspekte vom Unterwegsein. Geschweige denn; Reisen kann eine unterhaltsame Art und Weise sein, durch das Leben zu gehen.

Was dieser sehr umfassenden Liste von Gründen jedoch fehlt, ist der Versuch, alle verschiedenen Aspekte des Reisens auf den einen der menschliche Verfassung geschuldeten ursprünglich Grund zurückzuführen.

Nicht jede Reise ist gleich

Paul Fussel unterscheidet in seinem Buch ‚Abroad‘ (Im Ausland) zwischen drei Arten von Reisenden: Entdeckern, Reisenden und Touristen. Moderne Reisende müssen allerdings nicht mehr erforschen, da der Planet Erde bereits vollständig vermessen ist. Was bleibt, ist Fragen zu stellen und sich selbst zu konfrontieren, wenn man in einer fremden Umgebung reist. Ein Tourist mag das vielleicht niemals tun, da die Reise lediglich eine Trophäe für den sozialen Status ist.

Ab und zu eine Reise zu unternehmen oder während der arbeitsfreien Zeit regelmäßig in den Urlaub zu fahren, kann positiv sein.

Was ich in diesem Artikel jedoch anstrebe, ist das Verständnis von Reisen als Lebensweise. Wenn das Umherwandern eine inhärente Sehnsucht und Zweck für sich wird. Reisen als innere Sehnsucht nach dem, was du tust.

Reisen gibt Denkanstöße und ist ein Liebling der Literatur

Denker und Schriftsteller auf der ganzen Welt haben sich schon lange  Reisen als Thema und als Metapher gewidmet.

‚Ein guter Reisender hat keine festen Pläne und will nicht ankommen‘ schrieb Lao Tse m 6. Jahrhundert v. Chr. Tao Te Ching,und betonte die Wichtigkeit der Reise vor dem Erreichen eines Ziels. Die tägliche Praxis, Leben als Reisen wahrzunehmen, ist vom Erreichen eines bestimmten Ziels oder Ortes zu trennen.

Michel de Montaigne schreibt in 1580 während der französischen Renaissance in seinen berühmten Essais ‚Man muss immer die Stiefel anhaben und bereit sein, loszulegen,‘ und denkt über die Vorstellung nach, dass das Leben eine ständige Reise ohne wirkliche Ruhe ist. Das Bonmot ‚Das Leben ist eine Reise und kein Ziel‘, das oftmals Ralph Waldo Emerson zugeschrieben wird, benennt treffend die verpflochtene Konnotation von Leben und Reise.

Keine Reise kann Dich von Dir selbst wegnehmen

Eine Reise zu unternehmen, um der aktuellen ungeliebten Umgebung oder vielleicht Arbeitsstelle zu entkommen muss eine Illusion bleiben, da man sich selbst nicht entkommen kann. Im Gegensatz, Reisen beschleunigt und intensiviert die Konfrontation mit sich selbst. Allerdings ist physisches Reisen of nicht besonders angenehm. Alain De Botton weist darauf in seinem unorthodox Reiseanleitung von ‚Die Kunst des Reisens‘ von 2002 hin: Überfüllte Flugzeuge, laute Hotelzimmer, Menschen, die ihren arbeitsbedingten Stress geräuschvoll kompenisren, schäbige Busse, Durchfall. ‚Reisen ist nur im Nachhinein glamourös’ schrieb Paul Theroux. Es gibt eine lange Liste von Ärgernissen unterwegs, die zur Folge haben können, dass Deine Reiseträume genau das bleiben könnten.The praktische Verdruss sich fortzubewegen, entmutigt manche, überhaupt zu reisen.

Nicht jede Reise ist angenehm

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant ist dafür bekannt, dass er seine Heimatstadt Königsberg nie verlassen hat. Kant war besorgt über seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und folgte daher einem äußerst systematischen Lebensstil, dessen tägliche Routine zur Maximierung seiner Arbeitszeit minutengenau geplant war. Eine Reise zu unternehmen, würde nur das Timing stören und ein Gesundheitsrisiko darstellen.

In ähnlicher Weise bezweifelt Emerson die Notwendigkeit des Reisens in seinem 1841 erschienenen Essay ‚Selbstständigkeit‘ mit Verweis auf die menschliche Natur: ‚Die Seele ist kein Reisender; der Weise bleibt zu Hause, und wenn seine Notwendigkeiten, irgendwelche Pflichten ihn aus seinem Haus in fremde Länder rufen, ist er immer noch zu Hause‘.

Sowohl Kant als auch Emerson würden zustimmen, dass Reisen eine Ablenkung sein kann, wenn wir uns auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren. Dass körperliches Reisen Zeit braucht und möglicherweise an Komfort mangelt, ist unvermeidbar und letztlich eine Frage des Reisestils, kann jedoch selbst nicht den Wunsch nach Reisen verwerfen.

Die Auswirkungen des Reisens sind auch nicht zu vermitteln, wenn wir nicht selbst die Erfahrung machen. Ebenso sind die Ergebnisse nicht vorhersehbar, bevor wir die psychologische Heilung durch den Perspektivwechsel verinnerlichen, uns der Kraft der Natur hingeben und bei der Beobachtung atemberaubender Landschaften die Gegenwart von etwas Spirituellem oder Göttlichem zu spüren meinen.

Das Reisen ist zentral für die Conditio Humana

Der erfahrene Reiseschriftsteller Paul Theroux erfreut seine Leser mit dem ‚Tao des Reisen‘ (2011)  mit einer wunderbaren Fülle von Notizen, Überlegungen, beiläufigen Beobachtungen und poetischen Wanderungen darüber, warum ‚Reisen‘ ‚Transformation‘ ist. Reisen zu wollen, erscheint Theroux als typisch menschlich. ‚Der Wunsch sich zu bewegen, Deine Neugier zu befriedigen oder Ängste zu lindern, die Lebensumstände zu ändern, ein Fremder zu sein, einen Freund zu finden, eine exotische Landschaft zu erleben, das Unbekannte zu riskieren, die Folgen zu bezeugen, tragisch oder komisch, von Menschen, die vom Narzissmus kleinerer Unterschiede besessen sind‘.

Bewegen und Reisen bedeutet, wirklich zu leben. Als könnten wir Veränderung und Wachstum nicht ohne das Zurücklegen von Distanz denken.

Eine abenteuerliche Reise zu meistern ist menschliches Wachstum

Der Romanschriftsteller Patrick Rothfuss lässt den Philosophen Teccam in ‚Die Angst des Weisen‘ sagen:’Kein Mann ist mutig, der noch nie hundert Meilen gelaufen ist. If you want to know the truth of who you are, walk until not a person knows your name. Wenn Du die Wahrheit wissen willst, wer Du bist, dann geh, bis keine Person mehr Deinen Namen  kennt. Reisen ist der große Gleichmacher, der große Lehrer, bitter wie die Medizin, grausamer als Spiegelglas. Ein langer Weg wird Dir mehr über Dich selbst lehren als hundert Jahre stille Introspektion‘.

Das Reisen eine Maßstab und Bedingung für Mut und Weisheit zu bezeichnet, erinnert an Bob Dylans ‚Wie viele Straßen muss ein Mann hinuntergehen, bevor man ihn einen Mann nennt?‘. Nun, ‚die Antwort, mein Freund, weht im Wind‘.

Der ursprüngliche Mythos des modernen westlichen Kanons ist das Epos der Odyssee. Odysseus von Ithaka begibt sich auf eine zehnjährige Abenteuerreise, die ihn zu einem besonnenen Individuum macht. Dieser Transformationsprozess ist das Kernstück der Heldenreise, eine Standardvorlage in der Narratologie und der vergleichenden Mythologie. Der Held wagt sich hinaus in die Welt und kehrt nach Überwindung einer lebensbedrohlichen, entscheidenden Krise als verwandelte, veränderte, weiterentwickelte Person nach Hause zurück.

Werde ein Außenseiter, um zu Lernen

In seiner ‚Theorie des Reisens – Die Poetik der Geographie‘ von 2007, in dieser kleinen philosophischen Studie über Reisen und Reisende, schreibt der der französische Philosoph Michel Onfrey, dass ‚Wenn man weggeht und den Hirten auf den Fersen folgt, testet man eine Art extrem heidnischen Pantheismus und entdeckt die Spuren der alten Götter[…]. Die Wahl des gesamten Planeten für die Reise ist die Verurteilung von allem, was einschließt und versklavt: Arbeit, Familie, Land. Dies sind die sichtbarsten Einschränkungen[…].

Asozial, unsozial, jenseits der Erlösung, der Nomade weiß nichts von Uhren und arbeitet nach der Sonne oder den Sternen, er bildet sich durch das Betrachten der Konstellationen und des Laufs des Tagessterns, er hat keine Uhr, aber ein trainiertes Tierauge das Morgengrauen, Auroras, Stürme, Sonnenschimmer, Dämmerung, Kometen und Sternenblitze kann, er kann Wolken lesen und ihre Versprechen entschlüsseln, er interpretiert Winde und kennt ihre Gewohnheiten.‘

Onfrey sieht die Position des Außenseiters als denjenigen, der die Struktur der Realität leichter verstehen kann. Die Normen der sozialen Welt binden den Fremden nicht. Ganz auf sich gestellt, hat der Reisende nur seine eigene Urteilskraft, die Welt um sich herum zu verstehen.

Theroux beschreibt den urspruenglich Drang zu Reisen als ein natuerliches, menschliches Urbedürfnis. Rothfuss‘ Teccam und Dylan sehen Reisen als das Überwinden von Herausforderungen, als Bedingung für menschliches Wachstum. In Onfray, der Reisende begiebt sich in den offenen Raum, wo unmittelbare Erkenntnisse entstehen.

Sesshaftigkeit kann nur vorübergehend sein

Als in Khalil Gibrans‘ ‚Der Prophet‘, Almitra das Volk von Orphalese verlassen will, sagt er: ‚Wir Wanderer, immer auf der Suche nach dem einsameren Weg, beginnen keinem Tag, wo der Tag zuvor geendet hat; und kein Sonnenaufgang findet uns dort, wo der Sonnenuntergang uns verlassen hat. Selbst wenn die Erde schläft, reisen wir. Wir sind die Samen der hartnäckigen Pflanze, und in unserer Reife und Herzensfülle werden wir dem Wind übergeben und zerstreut‘. Der Wanderer hier muss aufgrund seiner Weisheit reisen. Ein Bewusstsein, das sich seiner Trennung von Materie bewußt ist, kann sich frei bewegen. Freies Reisen, nicht durch den Raum gebunden, ist hier die Erfüllung eines entwickelten menschlichen Geistes.

Etwas früher, als Almitra zu den Menschen von Orphalese über Häuser spricht, sagte er ‚Aber ihr, Kinder des Raumes, die ihr unruhig seid in der Ruhe, ihr sollt weder gefangen noch gezähmt werden. Dein Haus soll kein Anker sein, sondern ein Mast‘. Selbst für Menschen, die sich in Familien niedergelassen haben und ihr Zuhause gebaut haben, bleibt ein Weiterziehen immer am Horizont. Als ob ein sesshafter Lebensstil nicht der menschlichen Natur entspräche. Wir müssen weitermachen. Neue Grenzen und Geisteszustände beim Reisen entdecken.

Reisen ist eine Blaupause für menschliches Wachstum und Evolution

Es gibt viele Gründe, warum wir unserem Fernweh folgen. Mit einer reduktionistischen Sichtweise können wir sagen, dass jeder Sinn in der Natur des Menschseins liegt. Weil wir in Zeit und Raum gebunden sind, ist es das einzige, was wir in diesem Leben tun können. Manchmal wagen wir uns weit in die Welt hinaus, und dann gehen wir bloß um die nächste Ecke. Das Leben ist eine Reise. Wenn wir nicht physisch reisen, ändert sich trotzdem unser Verstand und wir wachsen weiter. Mensch zu sein entwickelt sich weiter. Wenn wir aufhören, uns zu verändern, sterben wir buchstäblich.

Warum Reisen wir? Weil es ist, was wir tun, wie wir wachsen. Darüber hinaus ändern wir uns, wenn wir wachsen. Die offensichtlichste Änderung ist eine des Ortes, eine Verbesserung der Umgebung.

Die englische Uebersetzung von dem deutschen ‚reisen‘ ist ‚travel‘. Dies hat seinen etymologischen Urspung im französischen ‚travail‘, was ‚Arbeit‘ und ‚Mühe‘ bedeuted.  Als das Wort um 14000 entstand, war das Reisen eine beschwerliche Angelegenheit. Dies zeigt, dass Wachstum einen Preis hat und erinnert an Nietzsches Behauptung, dass wir leiden müssen, um uns weiterentwickeln zu können.

Warum Reisen ist dann viel mehr als eine einfache Frage. Why travel leads us to the peripatetic nature of life. Die Frage, warum wir reisen, verweist uns auf die peripatetische Natur des Lebens.

Auf einer Reise zu sein, kann der Ausdruck der zugrunde liegenden menschlichen Bedingung sein, um zu wachsen, sich zu verändern und sich zu entwickeln.